Diskussionsbedarf Architektur

Claus Käpplinger, Henrik Kuhlmann, Benedikt Loderer (vlnr)

 

  • Architekturrunde »Im Glauben an Freiräume« mit

    Claus Käpplinger/Berlin (Architektur- und Stadtkritiker)
    Benedikt Loderer/Biel, Schweiz (Architekt und Publizist)
    Wolfgang Frey/Freiburg im Breisgau (Architekt)

    Ersatzmoderator für Christoph Nix (Intendant, Theater Konstanz): 
    Henrik Kuhlmann (Dramaturg, Theater Konstanz)

    Donnerstag, 3. November 2016, 18 Uhr

 

 

Bebauungen werden immer mehr zum lebensunwerten Habitat. Wie viel Wesentliches, wie viel Substanz geht verloren, wenn sich Urbanität als wucherndes Geschwür ausbreitet? Hat der alttestamentliche Auftrag des gleichzeitigen Beherrschens und Bewahrens da noch eine Berechtigung? Einerseits ist die Kulturleistung Stadt, die unsere Umwelt irrational wie rational durchformt außerordentliches Symbol für die Aktivität des Menschen. Handkehrum drohen unreflektierte Expansion und ein schamloser Umgang mit lebensnotwendigen natürlichen und sozialen Ressourcen Natur und Mensch anarchistisch und unaufhörlich zuzusetzen und beide aus eigenem Urgrund heraus auszuhöhlen. 

In der Diskussionsrunde sollen direkte Bezüge zu Konstanz nicht fehlen. Konkret kommen Themen wie Zersiedelung respektive Nachverdichtung und Folgen städtebaulicher Fehlplanungen zur Sprache.

 

Ausführungen zum Bild »Im Glauben an Freiräume«

»Künstlerische Visualisierung zivilisatorischer Organisationsformen geht hier mit expliziter Kritik an den Praktiken der Raum- beziehungsweise Städteplanung einher. Wie verhängnisvoll die Problematiken beliebiger Überbauung und unkontrollierter Streuung der Siedlungsflächen auch ausfallen mögen, hinterfragendes Schauen impliziert immer auch letzte Zuversichten: Verbautes ruft wiederkehrend nach gebotenen Anpassungsstrategien, Zugemauertes nach relevanter Sinnfälligkeit. Sobald Versteinerung durch gelebte kommune und private Freiräume ersetzt wird, darf sich die Gesellschaft neue Spielräume des Handelns und Denkens ausbedingen.« (jstb)